Leitungskollegium

Prof. Claus Reichstaller – Leiter des Instituts
Der in München geborene Trompeter Claus Reichstaller ist einer der profiliertesten Jazz-und Studiomusiker Europas. Sein melodischer Erfindungsreichtum kennt keine Grenzen, seine Technik genügt allerhöchsten Ansprüchen und seine Fantasie entspricht exakt dem, was der charakteristischen Freiheit des Jazz alle Türen öffnet. Claus Reichstaller zählt in der Tat zu den großen deutschen Trompetentalenten. Ein Rohdiamant, dessen Wert schon der große amerikanische Tenorsaxofonist Nathan Davis erkannte, als er ihn 1989 in die Paris Reunion Band holte.

Reichstaller, der sich seit dem neunten Lebensjahr mit der Trompete beschäftigt, sammelte vor allem Erfahrungen in den Orchestern Harald Rüschenbaums, Peter Herbolzheimers, Al Porcinos, der Salsa Band Conexion Latina und als Solist der SWR Big Band. Hier hatte er seine erste Begegnung mit Paul Kuhn, der ihn in seine Formation The Best´ holte, bekannt durch die erfolgreiche Geburtstags-Tournee 'As time goes by ´zusammen mit dem legendären Filmorchester Babelsberg.

Der Träger des bayerischen Förderpreises für junge Künstler tourt regelmässig mit seinem außergewöhnlichen Jazzquartett, besetzt mit internationalen Jazzgrößen und Special Guests, wie Kirk Lightsey, Benny Golson, Randy Brecker, Ack van Rooyen ...

Ein besonderer musikalischer Höhepunkt war eine CD-Aufnahme, zusammen mit dem Streichquartett der Münchner Philharmoniker, die im Herbst 2009 bei dem Label Conception Records erschienen ist.

Als Komponist der Musik zu dem Theaterstück „Leichtes Spiel" von Botho Strauss, Uraufführung im April 2009 am Residenztheater München mit dem Regisseur und Staatsintendanten Dieter Dorn, hat Claus Reichstaller einen neuen Meilenstein in seinem künstlerischen Schaffen gesetzt.
Zum 1.10.2009 wurde Claus Reichstaller von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch als Professor für Jazz an der Hochschule für Musik und Theater München berufen.


Prof. Tizian Jost - Mitglied des Leitungskollegiums

*1966/Kassel

„Solange ich mich erinnern kann, wollte ich Jazz spielen. Und Brasilianisches,“ sagt der Münchner Jazzpianist Tizian Jost. Entsprechend früh begann er: Mit 16 gründete er das erste ernst zu nehmende Sextett, mit 19 wurde er Hauspianist im legendären „Allotria“, mit 20 jüngstes Bandmitglied der Harald Rüschenbaum Bigband. Schon als Teenager spielte er so mit Stars wie Mark Murphy, Dusko Goykovich, Tony Lakatos oder Bobby Shew.

Erste internationale Erfolge errang er zusammen mit dem Saxophonisten und Maler Günther Klatt. Ein noch heute gerühmtes Duke-Ellington-Balladenprogramm führte die beiden auf Tourneen durch ganz Europa und – im Auftrag des Goethe-Instituts – durch Süd- und Mittelamerika sowie den indischen Subkontinent. Zahllose Bands vom „Wine & Roses Swing Orchestra“ bis zu Till Brönner nutzten und nutzen seither Josts wundervollen Ton, seinen rhythmischen wie harmonischen Einfallsreichtum und seine geradezu enzyklopädische Stilvielfalt.

Aktuell ist Jost eine feste Größe im Stephan Holstein Trio, das zuletzt mit der Jazz-Bearbeitung klassischer Literatur Aufsehen erregte, und beim preisgekrönten Till Martin Quartett, mit dem er bisher drei CDs einspielte. Im eigenen Trio mit dem Bassisten Thomas Stabenow und Schlagzeuger Bastian Jütte verzaubert er derzeit mit einem Antonio Carlos Jobim-Projekt.

Parallel zum reinen Jazz pflegt Jost seine zweite Liebe, die brasilianische Musik. 1990 gründete er mit der Sängerin Lygia Campos die Band „Domundo“, die bis 2002 international Erfolge feierte. Zeitweise in Rio lebend hat Jost auch mit vielen brasilianischen Stars gespielt, zuletzt mit Leny Andrade und Viviane de Farias. Für den richtigen Latin-Ton an den Tasten sorgt er von Anfang an auch bei Sophie Wegeners Quintett „Zona Sul“, das mit den Alben „Beira“ und „Pure Love“ in Deutschland Maßstäbe gesetzt hat.

„In meinem Unterricht lege ich großen Wert auf die Vermittlung der Tradition des Jazz verstanden als eine kontinuierliche Evolution sowohl der Musik als auch des individuellen Musikers. Auf der Grundlage einer Didaktik, die einer jahrzehntelangen Erfahrung entspringt, führe ich die Studenten und Studentinnen dazu, ihre eigene musikalische Sprache zu entdecken und zu entwickeln. Als zusätzliche musikalische Stilrichtungen lasse ich einen Unterricht auch die Stilistik der authentischen brasilianischen Musik einfließen, mit der mich eine lange und intensive musikalische Liebe verbindet.“


Prof. Andreas Kissenbeck - Mitglied des Leitungskollegiums

Andreas Kissenbeck ist Pianist, Hammond Organist, Komponist und Arrangeur. Seine Lehrtätigkeit umfasst die Bereiche Komposition, Arrangement, Harmonielehre, Klavier, Ensemble und Gehörbildung. Er leitet den Masterstudiengang Jazz Education. Als promovierter Musikwissenschaftler ist er Mitglied des Promotionsausschusses der HMTM. http://promotion.hmtm.de


Referenzen als Musiker:

  • Jazzpreis der Süddeutschen Zeitung

  • „Next Generation“ Award der Zeitschrift Jazz Thing

  • Zahlreiche CD-Aufnahmen unter eigenem Namen (ENJA, Double Moon Records, BHM Records) und für renommierte Künstler wie Pete York [ACT Records], Torsten Goods [ACT Records], Malcolm Duncan, Greg El May, …)

  • Print-Veröffentlichung von Kompositionen und Arrangements durch den Verlag Trio Musikedition

  • Kompositionen für Film

  • zweijähriges Stipendium des Freistaats Bayern

Referenzen als Pädagoge:

  • Langjährige Lehrtätigkeit an den Musikhochschulen in Hannover, Würzburg, Detmold, Münster und Osnabrück.

  • Lehrbuchveröffentlichung Jazztheorie I (Bärenreiter 2007)

  • Lehrbuchveröffentlichung Jazztheorie II (Bärenreiter 2007)

  • Lehrbuchveröffentlichung Arrangieren (Schott 2011)

  • Tutoriareihe für die Zeitschrift Tastenwelt

  • Promotion im Bereich Musiktheorie

  • Pädagogikstudium

  • langjährige Lehrtätigkeit an sechs deutschen Musikhochschulen